Gartengestaltung, Gartenplanung

Gartengestaltung im kleinen Garten

Holzdeck mit Aussicht ins Grüne

Als wir vor rund 10 Jahren unseren Neubau mit kleinem Garten bezogen haben, war Gartengestaltung für mich eher ein spontanes Ereignis während des Besuchs eines Gartencenters, bei dem in den Einkaufswagen hüpft, was gerade so gefällt. Kommt Euch bekannt vor, oder? Das Ergebnis ist dann eher zufällig und irgendwie sieht der Garten dann zusammengewürfelt aus, oder? Es geht aber auch ein bisschen besser.

Drei einfache Grundregeln reichen schon!

Alternative zu dieser Gartengestaltung im Affekt sind nicht nur Pflanzpläne, sondern eben auch Gartenpläne, die helfen, einen Garten statt ein Sammelsurium zu genießen. Hat man dann beim Planen noch ein paar simple Grundregeln im Hinterkopf, wird auch ein kleiner Garten großzügiger, harmonischer und gepflegter wirken. Eben echte Gartengestaltung DIY.

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Weniger ist mehr – Gartengestaltung für kleine Gärten light

Wenige Materialien, wenige Farben und einfache, geometrische Formen für Beete und Gartenwege verleihen dem Garten mehr Ruhe, mehr Stil, mehr Gelassenheit. Ein bis maximal zwei Materialien für die befestigten Flächen sollten genügen. Wobei die beiden natürlich auch zueinander passen müssen. Sich auf zwei bis drei Farben zu beschränken ist für Pflanzenfreunde nicht ganz einfach, aber der kleine Garten wird sicherlich an Ausstrahlung gewinnen.

Blickfänge

Ähnlich verhält es sich mit echten Blickfängen. Lieber sehr wenige davon, die wirklich Eindruck machen und ihre Wirkung nicht verfehlen, anstatt vieler kleiner. Bei der Bepflanzung erzielt man dagegen mit einer Pflanze, die aber in Massen gepflanzt ist, einen bleibenden Eindruck. Beispielsweise ist eine Gruppe von 5-7 Zierlauch-Pflanzen nett, aber in einer Masse von 25-30 in einem kleinen Garten ist ein richtiger WOW-Effekt, wenn sich die restliche Bepflanzung dezent zurück hält.

Echte Blickfänge im Garten haben noch was Gutes, denn sie lenken von den umgebenden Häusern ab. In den dicht gebauten Städten ist es doch oft unmöglich, das zwei- oder dreigeschossige Nachbarhaus mit Bäumen zu kaschieren. Um den Blick also lieber in den Garten als auf das Nachbargebäude zu lenken, bieten sich wirkungsvolle, gut platzierte Blickfänge an. Das kann zum Beispiel eine Gartenbank, ein großes Tongefäß oder ein Wasserspiel sein.

Ein weiterer wichtiger Grundsatz: Es muss funktionieren! Es nützt der schönste Kiesbelag nicht, wenn die Gartenmöbel darauf wackelig stehen. Gerade in einem kleinen Garten muss jedes Detail „sitzen“, da es keinen Platz für Alternativen gibt. Der neue Gartenstuhl zum Beispiel soll nicht nur chic zu Anschauen sein, sondern auch bequem sein und am besten im Winter draußen bleiben können. Da kleine Gärten meist zu kleineren Häusern gehören, die wenig Stauraum zu Verfügung haben, ist das Thema Aufbewahrung nicht ganz unwichtig. Außerdem ist eine Gartenaustattung, die gleich mehrere Funktionen vereint optimal. Als Beispiele seien ein dekorativer Pflanz- und Grilltisch erwähnt, genauso wie der Sandkasten, der richtig dimensioniert auch als Laufstall her hält.

An der Gartenidee dran bleiben

Wie soll man nun aber auf tolle Ideen verzichten, während man voller Enthusiasmus über der Gartengestaltung für seinen kleinen Garten brütet?Eine Konzept oder Thema, das man im Vorfeld der eigentlichen Planung festgelegt hat, ist dabei wirklich hilfreich. Wie man sein persönliches Gartenthema finden kann, kannst Du in meinem Beitrag über die Garten Idee nachlesen. Es ist schwierig, aber machbar, den Garten nicht voll zu packen.

Ich hatte übrigens auch schon gehört, dass der Verzicht auf die eine oder andere Idee dem Hausfrieden zu Gute käme. Aber das nur sei nur so am Rande erwähnt. Meine eigenen Aufräumaktionen, bei denen ich mich der Gartendeko und überzähliger Tontöpfen entledigt habe, hatten dann noch zusätzlich was Gutes. Die Gartenfreunde, die sie abgeholt haben, hatten Ihre Freude an den Schnäppchen und es gab immer einen netten Plausch dazu.

Wenige Farben und wenige Materialien bringen mehr Großzügigkeit.

Gleich und Gleich gesellt sich gern – Gartengestaltung unisono

Durchdacht und stimmungsvoll wird es, wenn sich die verwendeten Elemente im Garten immer wieder finden. Eine bestimmte Pflanzenkombination lässt sich beispielsweise mehrmals im Garten verwenden. Außerdem können Farben, Formen oder der Stil des Hauses auch in einem kleinen Garten fortgesetzt werden. Einem modernen geradlinigen Haus steht ein ebenso geradliniger bzw. streng geometrisch geformter Garten ganz gut. Je nach Gartengröße kann die Gartengestaltung aber mit zunehmender Entfernung zum Haus auch wilder werden. Ein anderes Beispiel wäre die Farbe Hauses, die sich im Garten fortsetzt. In unserem Fall ist eine Terrasse aus Travertin die Fortsetzung der Fassadenfarbe. Außerdem gibt es fast immer eine Blütenfarbe, die, die Ton in Ton zur Hausfarbe passt.

Haus und Garten gehören zusammen

Bilden beide eine optische Einheit, wirken sie zusammen einfach großzügiger. Terrasse und Innenraum fügen sich bestmöglich aneinander, wenn die Materialien des Innenraums auf der Terrasse fortgesetzt werden können. Wer sich also bei der Auswahl des Bodenbelags für Wohnzimmer oder Küche schon mit der Gartengestaltung auseinandersetzen kann, ist da natürlich klar im Vorteil. Wem das im hektischen Bauherren-Alltag aber nicht ganz gelingt, kann versuchen, das Format oder die Farbe des Bodenbelags vom Innenraum nach draußen fortzusetzen. Abgesehen von der Verwendung von Farben und Formen spielt auch die Bepflanzung eine große Rolle. Kletterpflanzen oder große Sträucher die in Hausnähe gepflanzt sind, verbinden genauso das Gebäude mit dem Garten oder gar seiner Umgebung.

Der Garten mit seiner Umgebung

Bei einer gelungenen Gartengestaltung fügt sich ein kleiner Garten in seine Umgebung ein. Wie bei der Verbindung von Haus und Garten, können sich dazu Teile der Umgebung im Garten wiederfinden. Pflanzen aus der Umgebung finden auch bei der Gartengestaltung Verwendung oder es gibt eine schöne Aussicht, die sich mit einbeziehen lässt. Das ist in ländlicher Umgebung etwas einfacher als in einer Stadt, aber auch hier gibt es Möglichkeiten.

Ein anderer wichtiger Punkt bei der Gartengestaltung sind die Grenzen. Bei einem kleinen Garten die Grenzen zu kaschieren ist nicht immer ganz einfach, da für eine üppige Bepflanzung der Platz oft fehlt. Aber es hilft auf alle Fälle, die Pflanzen rundum nicht auf gleicher Höhe zu halten, damit diese nicht wie eine Mauer wirken und der kleine Garten sich noch beengter anfühlt. Ansonsten lässt sich dieser Mauereffekt auch vermeiden, wenn Beete an die Außengrenzen anstoßen. Die Daumenregel, das Beet vor einer hohen Einfriedung sollte ca. zwei Drittel der Höhe betragen, habe ich in einem der Bücher von John Brookes gelesen. Das bedeutet, bei einer Hecke, die 1,80m hoch ist, sollte das Beet davor rund 1,20m tief sein. Wenn ich das Zitat wieder finde, werde ich die genaue Quelle noch nachtragen.

Eine Atmosphäre von Großzügigkeit und Harmonie wird dadurch erreicht, wenn sich Dinge im Garten wiederholen und der Betrachter Farben, Formen oder Gruppierungen wiedererkennt und so optisch immer wieder einen Anker hat.

Wiederholen sich Farben und Formen bei Haus und Garten , strahlt der Garten eine ruhige Atmosphäre aus.
Schlicht aber wirkungsvoll, da sich Materialien und Formen wiederholen.

Wiederholungen bei Farben, Formen und Stil strahlen Ruhe aus

Nicht mit der Goldwaage

Aber mit Augenmaß die Gartenplanung angehen. Wie kann man einen kleinen Garten so gestalten, dass er ausgewogen wirkt? Zum einen müssen große Pflanzen, Blickfänge oder große Gruppen von Pflanzen im Garten gleichmäßig verteilt sein und sich nicht alle in einer Ecke befinden.

Der Raum für Privatsphäre ist meist der Sitzplatz. Von Rob Steiner gibt es dazu das „Gesetz“, das die Höhe der Begrenzung des Sitzplatzes ein Drittel seiner Länge sein sollte. Ist die Terrasse demnach 5,40 m breit sollte der Sichtschutz 1,80 hoch sein, um eine echte Privatsphäre zu schaffen. Nachzulesen gibt es das im Detail bei den 8 Principles of Landscape Design.

Der goldene Schnitt

Was den Erbauern vom Eiffelturm und dem Parthenon schon zu göttlichen Proportionen verhalf, kann bei der Gestaltung des eigenen kleinen Gartens ja nicht verkehrt sein. Im Gegenteil. Die Rede ist vom goldenen Schnitt. Für die mathematische Abkürzung reicht einfach die Zahl 1,6. Damit lassen sich beispielsweise Fläche aufteilen, die somit immer harmonische Proportionen haben.

Beispiele und Anwendungen gibt es viele. Eine Terrasse die 5m breit sein soll, sollte dann eine Tiefe von 3,125 m haben.

Die Zauberformel für gute Proportionen lautet Faktor 1,6

Extratipps für die Gestaltung kleiner Gärten

Bei kurzen breiten Gärten die kurzen Seiten betonen und an das „lange“ Ende keine Blickfänge, große Pflanzen o.ä. setzen. Damit würde die Grenze optisch noch näher ans Haus rücken.

Lange schmale Gärten profitieren davon, die Breite zu betonen. Dazu reicht schon die Verlegerichtung der Terrassenplatten und Einfassungen, die in der Breite verlaufen.

Bei kleinen Gärten kann man aber auch die Diagonale hervorheben, z.B. die Terrasse um 45 Grad vom Haus weg drehen. Dadurch gewinnt die entstandene Fläche an Länge und Breite und wirkt entsprechend größer.

Fazit

Ein schöner Garten ist kein Hexenwerk. Mit ein paar wenigen Grundlagen wird die Gartengestaltung eines kleinen Gartens kein Zufallstreffer, sondern ein Glückstreffer. Es gibt allerdings eine Sache, für die ist zumindest in meinem Garten kein Kraut gewachsen: Geduld. Zeit ist ein ganz wesentlicher Faktor bei der Gartengestaltung. Bis ein Garten wie ein solcher aussieht und sich auch so anfühlt vergehen ein paar Jahre.

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Gartengestaltung kleiner Garten - die drei wichtigsten Tipps

Foto oben und mitte von Markus Spiske auf Unsplash.