Gartentipps, Gärtnern

Die Buchsbaumzünsler – Was tun?

Buchsbaumzünsler sind zur Plage geworden

Den Buchsbaumzünsler kann man entweder dauernd bekämpfen oder einfach andere schöne Pflanzen bei der Gartengestaltung verwenden. Meine Erfahrungen, Gegenmittel und vor allem Alternativen zum Buchsbaum möchte ich Dir hier vorstellen.

Der berühmt-berüchtigte Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist in unserem Vorgarten eingetroffen! Korrekterweise waren es die Zünsler, denn der Besucher kam nicht allein, er bringt gleich seine ganze Familie mit. Die Tierchen haben Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Cousinen und Cousins im Schlepptau. Und alle haben Hunger. Was tun?

Um eine Fehldiagnose auszuschließen, kam einer der grünen, kriechenden, knabbernden Brüder in eine Becherlupe.  Somit war eine professionelle Präsentation im örtlichen Gartencenter gewiss und mögliche Fehlinterpretationen ausgeschlossen. Vielleicht war es ja doch eine vom Aussterben bedrohte Schmetterlingsart, die sich genau auf unseren drei Buchsbäumen niedergelassen hat? Man kann ja nie wissen.

Im Gartencenter angekommen, war die Diagnose dann eindeutig. Ein Schmetterling ist es, sogar ein ostasiatischer Kleinschmetterling. Es handelt sich um den Buchsbaumzünsler. Zuerst wurden alle knabbernden Tierchen abgesammelt, dann die Gespinste und Blattgerippe abgeschnitten. Als letzten Arbeitsgang dann einmal gespritzt – entgegen aller Überzeugung. Seit dem sind zwei Wochen vergangen, in denen sich kein Zünsler mehr hat blicken lassen. Ich bin erstmal vorsichtig optimistisch.

12 Wochen später

Der Zünsler kam immer wieder und beim dritten oder vierten Befall beschloss ich, dass es Zeit für etwas Neues war. Schön waren sie, meine drei Kugeln aus Buchsbaum. Aber sie durften nun doch in den Buchsbaum-Himmel und machten so Platz für neue Garten-Lieblinge an der Haustüre.  Nun sind in dem Beet Rosen beherbergt, weitere Storchschnabel-Arten hielten Einzug und es gab noch Platz für Klassiker wie Hosta und Alpenveilchen. Soviel zu meinem Umgang mit den Schädlingen. Hier gibt es nun die wichtigsten Infos im Überblick:

Faktencheck Buchsbaumzünsler

Wie erkennt man den Buchsbaumzünsler?

Die Raupen des Zünslers sind unverkennbar! Schwarzer Kopf, grün, dick und gefräßig. Charakteristisch sind die Gespinste, die sie hinterlassen. Außerdem finden sich massenhaft grüne Krümel – verdauter Buchs als Hinterlassenschaft. Die Falter sind eher unscheinbar und angeblich nachtaktiv. Die Eier sind eher gelblich und befinden sich an den Blattunterseiten. Die kleinen Raupen beginnen zu fressen, sobald sie geschlüpft sind. Nach der Verpuppung ist das nächste Ziel der Falter, die nächste Generation in Deiner Buchshecke aufwachsen zu lassen.

Sind Buchsbaumzünsler giftig?

Nein, zumindest nicht bei Hautkontakt (im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner, ich weiß, wovon ich spreche!). Da die Raupen aber etwa so grün wie Brokkoli sind, besteht wohl auch keine Gefahr, dass kleine Kinder die Raupen probieren. Erwachsene wird wohl ein hohes Maß an Ekel davon abhalten, die Raupen zu vernaschen.

Hat der Buchsbaumzünsler natürliche Feinde?

In unserem Breitengraden scheinen sich die Vögel erst langsam an den Geschmack zu gewöhnen. Es sollen Spatzen und Meisen gesichtet worden sein, die Ihre Vogelkinder mit der eiweißreichen Kost großziehen.

Wie kann man vorbeugen?

Naturfreunde befürworten einen artenreichen Garten, um die natürlichen Freßfeinde anzulocken und den Garten auf diese Weise im Gleichgewicht zu halten. Wenn ich mir die Foren allerdings anschaue, in denen es um den Umgang mit befallenen Buchsbäumen geht, scheint das aber noch keine Lösung zu sein.
Algenkalk wird immer wieder angeführt, um den ungebetenen Gästen den Appetit zu verderben. „Der knirsche beim Essen“, so ein Pflanzenprofi in einem Interview.
Ferner kann man Pheromonfallen aufhängen, um einen Befall anzuzeigen. Das ist keine echte vorbeugende Maßnahme, aber dient eben als Indikator, wann wieder Vorsicht geboten ist.
Außerdem kann man ein feinmaschiges Netz über die Pflanzen ausbreiten. Dieses macht es den Faltern unmöglich oder zumindest schwerer, ihre Eier abzulegen. Der Haken daran ist, dass das Netz die ganze Saison, d.h. von April bis September auf den Pflanzen bleiben muss. Für Garten-Ästheten ist das sicherlich keine langfristige Lösung

Welche Hausmittel helfen gegen den Buchsbaumzünsler?

Zunächst ist Absammeln und häufiges Kontrollieren eine gute Möglichkeit. Ich hatte zudem noch die abgefressenen Triebe abgeschnitten, um schneller zu sehen, wann es einen neuen Befall gibt.
Hier und da liest man auch vom Einsatz von Hochdruckreinigern als Hausmittel. Allerdings ist laut dem Pflanzendoktor René Wadas ein scharfer Wasserstrahl besser und schädigt nicht die Rinde des Buchsbaums. Mit dem Wasserstrahl sollen die Eier und Larven, sowie die Kotkrümel, entfernt werden. Somit reduziert sich auf diese Weise die Anzahl der Zünsler der nächsten Generation.
Zu den Hausmitteln gehört auch das Abdecken mit dunkler Folie. Deckt man die Buchsbäume damit einen sonnigen Tag lang ab, gönnt man seinen Zünslern einen Saunabesuch, den sie nicht überstehen.

Hilfe gegen Buchsbaumzuensler

Wie kann man den Buchsbaumzünsler bekämpfen?

Im Gartencenter wurde ich nur dahingehend beraten, ein Insektizid einzusetzen. Nichtsahnend, aber skeptisch, habe ich das Mittelchen mitgenommen und einmal gespritzt. Beim zweiten Befall habe ich auf dem „Beipackzettel“ gesehen, dass das Mittel aber nur einmal pro Jahr an der gleichen Pflanze eingesetzt werden darf. Das kann dann ja nicht gesund sein, oder? Also habe ich wieder die Zünsler abgesammelt.
Während im Gartencenter das Standard-Gift empfohlen wurde, fragte eine weitere Kundin neben mir nach einem Neem-Präparat gegen die Zünsler. Der Verkäufer lächelte allerdings milde, reichte es ihr aber. Im Smalltalk mit der Dame stellte sich heraus, dass sie auf das Neem-Präparate schwörte und schon gute Erfahrungen damit gemacht hatte. Allerdings ist es wie bei allen anderen Methoden auch, dass man die Prozedur öfters wieder holen muss .
Der Einsatz von Bacillus thuringiensis ist eine weitere umweltverträglichere Methode, die allerdings auch teilweise umstritten ist.

Wie entsorge ich meinen Buchsbaum?

Wenn es gar nicht anders geht, muss die Pflanze eben doch entfernt werden. Sei es weil der Buchsbaum abgefressen ist oder man eben keine Lust hat, sich sechs Monate pro Jahr regelmäßig mit dem Buchsbaumzünsler zu beschäftigen.
Der gerodete Buchsbaum sollte allerdings nicht auf dem Kompost oder einfach auf dem nächsten Häckselplatz entsorgt werden. Damit öffnet man den weiteren Verbreitung Tür und Tor. Ein verschlossener Beutel, den man über den Restmüll entsorgt, hilft, der weiteren Verbreitung des Zünslers vorzubeugen. Bei größeren Mengen ist es sicherlich ratsam, die örtlichen Abfallprofis zu kontaktieren.

Alternativen zu Buchsbaum

Wenn der Buchsbaum-Himmel dann doch die letzte Wahl ist, ist eben Platz für eine neue Pflanze. Außer dem Buchsbaumzünsler können den Buchsbäumen u.a. auch noch das Triebsterben (Cylindrocladium) zusetzen. Dann wird es vielleicht doch Zeit für einen Ersatz? Die folgenden Gehölze zeigen eine Auswahl von Alternativen zum Buchsbaum.

  • Eibe Taxus baccata ‘Renkes Kleiner Grüner’
  • Eibe Taxus cuspidata ‚Lescow‘
  • Stechpalme Ilex aquifolium ‘Heckenzwerg’
  • Stechpalme Ilex crenata ‚Dark Green’‚ ‚Convexa‘ und ‚Stokes‘
  • Immergrüne Heckenkirsche Lonicera nitida ‘Maigrün’
  • Zwerg-Liguster Ligustrum vulgare ‚Lodense‘
  • Spindelstrauch Euonymus japonicus ‚Green Rocket‘

Die Pflanzen werden vom Zünsler verschont, sind aber ebenfalls immergrün und für den Schnitt geeignet. Die Eibe als Nadelgehölz ist optisch natürlich nicht mit dem Buchs zu vergleichen, da sie Nadeln anstatt von Blättern hat. Allerdings kann sie in puncto Schnittverträglichkeit und Standorttoleranz mit dem Buchsbaum mithalten. Die Stechpalme ist etwas pingelig in bezug auf den ph-Wert des Bodens und mag leicht saure Böden. Lehmböden, wie wir sie hier haben, sind nichts für sie. Die Heckenkirsche, auch Heckenmyrthe genannt, wächst schnell und kann auch als Bodendecker eingesetzt werden. Das Laub des Ligusters ist im Gegensatz zum Buchsbaum wintergrün. Somit verliert er in der kalten Jahreszeit einen Teil seines Laubs. Je nach Verwendungszweck ist das aber unerheblich.
Der Zünsler ist hier kein Problem, dafür mögen Dickmaulrüssler den Liguster Der Spindelstrauch ‚Green Rocket‘ hat einen sehr gleichmäßigen, langsamen Wuchs. Farbe, Blätter und Wuchs kommen dem Buchs tatsächlich sehr nahe.

Weitere Einfassungspflanzen als Ersatz für Buchsbaum

Abgesehen von Gehölzen, lassen sich Beete auch hervorragend mit Stauden oder Halbsträuchern einfassen. Es gibt eine Vielzahl an Pflanzen, die sich eignen würden. In unserem vollsonnigen Garten konnten sich auch bei zweistelligen Minustemperaturen im Winter folgende Pflanzen behaupten:

  • Lavendel Lavandula (blau, weiß oder rosa blühend, bis zu 80cm hoch)
  • Rosmarin Rosmarinus officinalis (blaue Blüte, bis zu 80 cm hoch)
  • Heiligenkraut Santolina chamaecyparissus (gelbe Blüte, 30-50 cm hoch)
  • Französische Eberraute Artemisia abrotanum ‚Courson‘ (bis 70cm hoch)
  • Ysop Hyssopus officinalis (Blüte blau oder weiß, ca 50cm hoch)
  • Immergrüner Gamander Teucrium x lucidrys (Blüte purpur, ca. 30 cm hoch)
  • Wollziest Stachys (diverse Auslesen erhältlich)

Sowohl der echte Lavendel als auch der Provence-Lavendel sind für meinen Geschmack ja unverzichtbar im Garten. Aber das habe ich ja schon mal (g)beschrieben. Rosmarin ist meines Erachtens weniger empfindlich als oft beschrieben und definitiv einen Versuch wert. Heiligenkraut und Eberraute sind erst seit kurzem im Garten. Entgegen der Pflanzempfehlung habe ich beide im Spätsommer statt im Frühling gepflanzt. Der letzte kalte Winter hat den jungen Pflanzen nichts ausgemacht, die sind jetzt abgehärtet. Mit Ysop habe ich ebenfalls gute Erfahrungen gemacht. Er ist robust, kann gut geschnitten werden und blüht sehr schön. Den Gamander habe ich bereits als Beeteinfassung für ein Rosenbeet verwendet. Er ist ein robuster, schnittverträglicher und immergrüner Halbstrauch. Allerdings ist die Blütenfarbe sehr dominant und braucht einen entsprechenden Pflanzpartner. Der Wollziest ist wohl ein Klassiker für sehr niedrige Einfassungen. Er hat sich auch hier in Lehmboden und kalten -12 Grad Celsius als Jungpflanze durchsetzen können.

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Buchsbaumzünsler Buchsbaum Alternativen

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